Jugger ist nicht, wie man vermuten könnte, eine vom LARP abstammende Sportart, sondern entstand aus dem B-Movie „Jugger – Kampf der Besten“. Aus dem im Film gezeigten Sport wurde das grobe Gerüst entliehen und auf reelle Gegebenheiten angepasst.
Seit etwa 1993 wird der Sport als solcher ausgeübt. Entstanden in Berlin und Hamburg ist er mittlerweile soweit, dass es in ganz Deutschland eine aktive Turnierliga mit über 60 Mannschaften existiert, und sich auch in anderen Ländern, wie zum Beispiel Irland oder Australien, neue Ligen bilden.
Jugger ist ein teambasiertes Spiel mit jeweils fünf Spielern pro Team, einem Läufer und vier Pompfern. Wie bei jedem guten Spiel ist der Kern einfach.
Die Pompfer müssen ihren Läufer schützen und den gegnerischen ausschalten. Die Läufer wiederum müssen versuchen, den Jugg, den Spielball, in das gegnerische Mal zu stecken.
Das besondere an Jugger, abseits der außergewöhnlichen Sportgeräte, ist die Mischung von verschiedenen Aspekten unterschiedlichster Sportarten.
So wird an den Pompfen eine gewisse Kampfkunst und Geschick verlangt. Jeder Spieler muss sein Können in den schnell ablaufenden Duellen zeigen, gleichzeitig wird das Team als Ganzes gefordert, es muss sich auf das dynamische Spielgeschehen schnell anpassen. Dafür ist eine gute Absprache absolut notwendig und meist spielentscheidend, selbst bei Unterlegenheit im Duell.
Die Hauptfaszination bei Jugger ist wohl der Kampf, der durch die hohe Dynamik des Spiels oft zu spektakulären und spontanen Spielzügen führt.
Aber trotz, oder besser wegen der waffenartigen Sportgeräte und dem heftigem Spielablauf wird beim Jugger verstärkt auf die Sicherheit der Spieler geachtet. Der Aufbau der Spielgeräte sowie das Regelwerk wurden speziell darauf ausgerichtet, Gefahren und Verletzungen auszuschließen.
Jugger wird über 2 x 100 Steine gespielt. Steine sind die Zeiteinheit des Spiels, sie werden über Trommelschläge symbolisiert und entsprechen etwa 1,5 Sekunden. Das Feld ist ein Achteck mit einer Gesamtlänge von 40 und -breite von 20 Metern. Vor jeder der kurzen Seiten, von wo aus die Teams zu jedem Spielzug starten, ist das Mal platziert. In die Mitte des Spielfeldes wird der Jugg gelegt.
Auf die Ansage des Schiedsrichters „3..2..1..Jugger!“ stürmen beide Teams los, um sich als erster den Jugg zu holen. Dabei darf der Läufer als einziger den Jugg tragen und punkten, unterstützt von den Pompfern seines Teams. Den Pompfern steht die Wahl ihrer Sportgeräte frei, allerdings darf pro Team nur eine Kette geführt werden.
Wird einer der Spieler gültig von einer Pompfe getroffen, oder verlässt er das Spielfeld, so kniet er sich für fünf, falls von der Kette getroffen für acht, Steine hin und darf solange nicht am Spielgeschehen teilnehmen. Nach Ablauf dieser Zeit darf der Spieler wieder aufstehen und am Spiel teilnehmen, außer er wird gepinnt. Unter pinnen versteht man das Berühren mit einer Pompfe.
Wird von einem der Läufer ein Jugg erzielt, also ein Punkt gemacht, so wird das Spiel unterbrochen, die Teams stellen sich wieder an den kurzen Seiten des Spielfeldes auf und machen sich für den nächsten Spielzug bereit. Es wird gespielt bis alle Steine aufgebraucht sind, und ein Sieger feststeht.
Gesamtes Regelwerk unter: rules.jugger.org
Leider muss die deutsche Meisterschaft dieses Jahr ohne uns stattfinden. Weiterlesen...